Selbst der stolzeste Sachse käme wohl nicht auf die Idee, Pirna zur Welthauptstadt der Künste zu erheben: Hier, wo sich Wesenitz und Gottleuba guten Abend sagen, am Rand der Lausitzer Verwerfung, wo die Menschen wie mit einem Kieselstein im Mund reden und lieber vor sich hin bröteln, als nach Dresden ins Grüne Gewölbe, die ehemalige Schatzkammer der Wettiner Fürsten, zu fahren – dort gilt schon ein DDR-Nostalgie-Museum als kultureller Höchstpunkt.

Die Chronik der Kleinstadt Pirna verzeichnet zahlreiche „sächsische Sintfluten“, wenn die Elbe mal wieder über ihr Ufer trat, sie berichtet von der Kasernierung wilder Ulanen und durstiger Feldartilleristen, von der Errichtung eines Emaillierwerkes und dem leider fehlgeschlagenen Versuch, das geplante DDR-Düsenflugzeug 152 mit einer Turbine vom Typ Pirna 014 aufzurüsten. Eine typische Industrie und Garnisonsstadt also. Aber Kultur? Seit der Stilllegung des Staatlichen Kreiskultur-Orchesters schweigt des Sängers Höflichkeit. Man muss schon über die Elbbrücke an den Stadtrand fahren, wo es dampft und zischt, wo Funken sprühen und es nach Rost und Eisen und Härteöl riecht, um sich ernsthaft mit Kunst zu beschäftigen. Mitten in seiner Gießerei steht Clemens Schmees (57) mit einem weißen Hartplastikhelm auf dem Kopf zwischen tonnenschweren Turbinenteilen und gehärteten Pumpengehäusen und redet über japanische Kunstsammler und amerikanische Museen, über einen britischen Bildhauer und sein riesiges Atelier in Deutschland…

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Artikel erschienen in der : BILANZ | Das deutsche Wirtschaftsmagazin, Ausgabe Dezember 2014
Text: Bernd Ziesemer

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Pressebericht BILANZ Das deutsche Wirtschaftsmagazin vom 11.12.2014

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Letzte Änderung: 11.12.14